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Surfing History II
von 1900 - 1915 |

Die Wellenreittechniken verkümmerten |
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Ein
Desaster
Am
Ende des 19. Jhd war die Lage der hawaiianischen Ureinwohner ein
Desaster.
Hawaii wurde zum amerikanischen
Hoheitsgebiet erklärt, die Urbevölkerung durch die von Weißen
eingeschleppten Krankheiten auf 30.000 - 40.000 Personen dezimiert.
Die Bevölkerung mußte eine neue Sprache lernen und wurde
fast vollständig zum Christentum "bekehrt". Zugleich
war das von den Missionaren geächtete Wellenreiten zu einer
sehr primitiven Form verkümmert. Die alten "Meister" lebten nicht
mehr. Außer auf Kauai, Maui und O`ahu fand man weltweit keine Wellenreiter
mehr, mit Ausnahme von einigen sehr primitiven Formen des Wellenreitens
im Westen Afrikas und Perus.
Ein Viertel der hawaiianischen
Bevölkerung lebte nun in und um Honolulu auf O`ahu. Durch die florierende
Zuckerrohr- und Ananasindustrie wuchs die Bevölkerung stetig. Vereinzelt
sah man Hawaiianer mit 1.8m langen, fast unbearbeiteten Planken
auf dem Wasser. Liegend ließen sie sich von den Wellen an
Land schieben. Nichts ähnelte mehr dem Können aus vergangenen Tagen.
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Doch
dann kam die Wende
Zeitlich gesehen begann die Wiederbelebung des Wellenreitsports mit
dem Jahr 1898, als Thomas A. Adison die Glühbirne und die Phonographie
erfand. Er war der erste der bewegte Bilder auf einem Film festgehalten
hat - er zeigte Wellenreiter in Waikiki.

Der Outrigger Canoe und Wellenreit
Club in Waikiki |
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Endlich entwickelten
einige der Hawaiianer, nach kraftzehrenden Jahren der Unterdrückung,
neues Selbstbewußtsein und verwarfen die Wertvorstellungen der
Missionare. Gleichzeitig
führte die wirtschaftliche Entwicklung zur fortschreitenden Privatisierung
der Strände und veranlaßte die Einheimischen dazu, sich zusammenzuschließen.
Im Sommer 1907 gründete Alexander Hume Ford die weltweit erste Wellenreit-Organisation,
eine Bruderschaft genannt der "Outrigger Canoe and Surfboard Club"
(der noch heute als Elite-Club
existiert), um gegen die fortschreitende Privatisierung und Bebauung
des Strandes vorzugehen. Zusammen gelang es den Hawaiianern ihre Strände
und das Privileg "Das Volk zu sein, daß der Menschheit das Surfen
brachte" zurückzubekommen.
Sehr großen
Einfluß nahmen dabei Persönlichkeiten wie: Duke Kahanamoku, George
Freeth, Alexander Hume Ford, Knute Cottrell, Dad Center, Dudie Miller,
Lukela "John D" Kaupiko, Jack London...
Frauen wie Mildred Turner
und Josephine Pratt gaben dem Wellenreitsport schon damals eine besondere
Note.
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Jack London mit seiner Frau in
Waikiki 1915 |
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Wellenreiten
war wieder beliebt
Erstaunlich war, daß nun auch Weiße anfingen diesen Sport auszuüben,
waren doch sie es, die dafür verantwortlich waren, daß
im vergangenen Jahrhundert das Wellenreiten fast unterging. Bald war
das Nebeneinander von Ureinwohnern und Weißen im "Lineup" alltäglich.
Gegen 1907 war George Freeth
der erste, der sich auf seinem Board, einem alten, schweren 4.80m
langen Brett, das er von seinem Onkel, einem hawaiianischen Prinzen,
geschenkt bekam, wieder aufrichtete und Turns fuhr. Sein Brett steht
noch heute im Bernice Pauahi Bishop Museum, in Honolulu.
Alexander Hume Ford gab
ab 1907 Wellenreitunterricht. Der berühmteste seiner Schüler war Jack
London. Dieser, inspiriert durch seine Erfahrungen, schrieb im Oktober
1907 in einem Artikel im "Royal Sport", Wellenreiten sei "a royal
sport for the natural kings of earth". Über seine eigene Wonne
beim ersten Wellenritt meinte er: "In Wahrheit wird man von der
Welle erfaßt und wie von einer Titanenhand landwärts geschleudert"
. Die Veröffentlichungen Londons riefen grosse Begeisterung hervor.
Das Interesse am Wellenreiten
war nicht mehr aufzuhalten. Seit 1908 wird in Waikiki wieder jährlich
ein "Weihnachtscontest" organisiert.
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George Freeth in Redondo Beach |
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George
Freeth (1883-1919)
Am 31. März 1907 landete die "Ohio", das erste regulär verkehrende
Passagierschiff, mit 247 Passagieren von Honolulu kommend, am Festland.
Durch diese neue Schiffsverbindung wurde Reisen nach Hawaii einfach
und sehr beliebt. Hawaiis Wirtschaft florierte. George Freeth, eingeladen
von Henry E. Huntington, um die neue, von Los Angeles nach Redondo
Beach verlaufende Eisenbahstrecke zu promoten, kam mit einem der ersten
Passagierschiffe aufs Festland. Durch seine Wellenreit-Demonstrationen
und zugleich die Artikel von Jack London wurde der Wellenreitsport
auf dem Festland verbreitet. Freeth erlangte sehr bald einen hohen
Bekanntheitsgrad und wurde zum "Mann der übers Wasser laufen
kann" und zum "Father of California Surfing" der auch einer der bekanntesten
Rettungsschwimmer seiner Zeit war.
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George Freeth 1907 |
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Die
Boards
Um 1903 verwendete man noch Bretter, die so lang wie breit waren und
eher einem Waschbrett glichen. Mit den Jahren veränderte sich
dann die Länge. Bretter bis zu 2.4m Länge wurden verwendet,
wenn auch nur von wenigen beherrscht, die dann teils auch in größeren
Wellen zurecht kamen. Duke Kahanamoku war 1910 der erste auf einem
3m langen Brett. Damit zeigte er den erste Tandem-Ritt. Zusammen mit
einem Jungen namens Akana, dann mit "Leslie Lemon" auf seinen Schultern.
Bald sah man drei Leute auf einem Brett. Marion 'Baby' Dowsett, Beatrice
Dowsett und Duke beeindruckten ihre Bewunderer. Erst gegen 1924 änderte
sich die Länge der Bretter wieder.
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Duke Kahanamoku |
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"A
Royal Sport"
Der Surfsport war für Hawaii zu einer der Hauptattraktionengeworden.
Um 1910 vergrößerte sich die Zahl der Beach Boys gleichermaßen mit
der Zahl der Touristen, die auf die Insel strömten. Als Jack London
1915 nach Waikiki zurückkehrte war er erstaunt, über die Anzahl
der Mitglieder im Outrigger Canoe Club. Es waren bereits 1200 und
einige Hundert standen auf der Warteliste. In einer Dekade hatte sich
die Wellenreittechnik wieder zu dem Standart entwickelt den sie vor
Jahren schon hatte. Eine neue Surfgeneration war geboren und somit
der Fortgang dieser Sportart gesichert. Um 1911 konnte man am Wochenende
wieder um die 100 Wellenreitbretter in Waikiki zählen.
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Im nächsten
Teil:
Duke Kahanamoku
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